Metropole Sydney - Teil 2

Tag 8 9. Dezember

Habe heute verschlafen, und der Kühlschrank ist auch noch leer. Ich nehme daher die Fähre. Ist leider privat und kostet daher sechs AUS$. Es ist zwar cool und schnell. Mit dem Fußweg zum Anleger und Busfahrt vom Circular Quai zur Schule dauert es schließlich genauso lange wie mit dem Bus. So bleibt es bei dieser einmaligen Erfahrung.

Meine Tour mit dem Postschiff muss ich absagen. Sie wird samstags nicht angeboten. Nun ja, ein anderes Mal.

Nach Schulschluss trifft man sich traditionell in einem Pub. Stammkneipe ist das „Cheers“ in der George Street. Offizieller Anlass: die Verabschiedung der Absolventen. Außerdem wird viel Bier getrunken und Billard gespielt – ich bin außer Übung. Danach gehe ich mit Eliana aus Brasilien und Monica aus der Schweiz noch in den Foodcourt von Paddys Market, einem Einkaufszentrum mit den billigsten Souvenirs von ganz Sydney. Die Pizza bei „Mama Pizza“ ist so schlecht, dass wir sie „Hot Food“ taufen. Wir verabreden uns für den nächsten Abend im „Three Wise Monkeys“ in der George Street zum Tanzen.

Wieder ein Abenteuer: Ich teste den anderen Bus, der auch spätabends und sonntags fährt. Das ist ein Fehler: Ich verpasse meine Haltestelle … Aber der Busfahrer ist so freundlich und fährt mich allein von der Endhaltestelle zurück zu meiner Haltestelle! Yes, das ist DownUnder. So freundlich und flexibel sind die deutschen Busfahrer vermutlich nicht.

Tag 9 - 10. Dezember

Mein Host-Vater fährt mich zum Bus, spare dann doch ein wenig Zeit. Denn ich will in Manly einen Schnupperkurs in Wellenreiten belegen. Zum Glück ist in der Surfschule sogar noch Plätzchen frei – zwei Stunden Unterricht inkl. Board und Anzug kosten 40 oder 50 AUS$. Das Wasser ist warm und es macht Spaß. Aber ich werde wohl noch viele Stunden benötigen. Ich weiß jetzt zumindest, wie es in der Theorie funktioniert und kann mir dann künftig stundenweise ein Board mieten. Die andere Anfängerin ist hingegen ein Naturtalent. Anschließend bin ich ziemlich geschafft und fahre nach einem schnellen Lunch im „Blue Water Cafe“ zurück. Relaxen ist angesagt. Meine Gastfamilie (besser Vater und Sohn) verabschiedet sich Richtung Perth. Nun bin ich allein in dem großen Haus.

Gegen 17 Uhr mache ich mich dem letzten Bus auf in Richtung Innenstadt. Da um 18 Uhr die Geschäfte schließen, fällt mein Schaufensterbummel kurz aus. Ich schaffe es gerade noch, in die Galerie von Peter Lik im Queen Victoria Building (QVB) hineinzuschauen. Er ist mein Lieblingsfotograf, und 2001 war der Kaufvertrag für ein tolles Bild schon fertig. Zum Glück habe ich auf die Unterschrift verzichtet. Über das Forum www.australien-info.de wurde ich nun gefragt, ob ich einem anderen Fan den 2006er Kalender mitbringen kann. Da die Bilder wirklich beeindruckend sind und der Preis stimmt, werde ich für mich ebenfalls einen Kalender kaufen. Aber nicht heute.

Anschließend ein erstes Bier im Pub und dann Bummel nach Darling Harbour. Ich will im „Jordons“ Fisch essen gehen. Es ist aber so voll, dass ich als Einzelreisender nur den berüchtigten Single-Nottisch bekomme. Obwohl keine Barramundi-Saison ist, bestelle ich meinen Lieblingsfisch. Ist ganz ok, aber nun ja, das „Jordans“ ist bei mir gestrichen. Die Qualität und der Service sind deutlich schlechter als 1999 und 2001. Und die Preise sind ziemlich heftig, zumal die meisten Restaurants in Sydney jetzt am Wochenende und Feiertage Aufschläge (beispielsweise fünf AUS$ pro Person oder pauschal zehn Prozent auf die Gesamtsumme) kassieren. Noch schnell ein Espresso beim Starbucks und ein Abstecher ins Internet-Cafe, ehe wir uns um 22 Uhr vor dem Pub treffen.

Monica und Eliana sind pünktlich, auf Roberta warten wir eine Stunde vergeblich. Meinen Samstag abend habe ich mir echt anders vorgestellt, als auf der Straße zu stehen und zu warten. Aber das „Three Wise Monkeys“ ist wirklich nett, die Live-Musik gut. Auch wenn Eliana die Band nur als „crab“ bezeichnet. Gegen drei Uhr nehme ich den Bus nach North Sydney und von dort aus ein Taxi.

Tag 10 - 11.Dezember

Schritte. Noch im Halbschlaf höre ich sie. Schritte. Sie kommen näher. Wie lautet die Telefonnummer der Polizei? Schritte. Denn ich bin allein im Haus, meine Gastfamilie in Perth. Wieder Schritte, an meinem Zimmer vorbei. Ich springe aus dem Bett und reiße die Zimmertür auf: Es ist Patricks Freundin. Sie hat Vater und Sohn zum Airport gefahren und dann noch hier übernachtet. Was für ein Schreck am späten Sonntag vormittag! Anschließend frühstücken wir gemeinsam.

Dann heisst es Lernen und Aufgaben bearbeiten. Gegen 14 Uhr starte ich mit dem Bus in die Innenstadt. Mein heutiges Sightseeing-Ziel: Balmain. Leider muss ich am QVB ewig auf den nächsten Bus warten. Ich fahre über die Anzac-Brücke und am Fischmarkt vorbei. Ich möchte an der Wharf aussteigen und dann zurücklaufen. Leider erweist sich die Wharf als einfacher Fähranleger, und beim Durchfahren hat sich Balmain als langweilig herausgestellt. Da gerade eine Fähre kommt, nutze ich mein Wochenticket und fahre zurück zum Circular Quai. Ich beschließe, zum Markt in “The Rocks” zu gehen. Leider um diese Zeit schon vorbei, so dass ich mich mit Kaffee und Kuchen im teuren Cafe „The Rocks“ stärke. Dann laufe ich Richtung Botanischer Garten, wandere ein bisschen an den einheimischen Pflanzen und Bäumen vorbei. Ziemlich vertrocknet alles. Ich genieße die Abendstimmung am Mrs. Maquaries Chair mit Blick auf Oper und Brücke. Dabei komme ich mit einem Mädchen ins Gespräch, die eine Bank weiter sitzt und wie ich den Abend genießt. Wir plaudern über Silvester: Sie bestätigt, dass es keinen besseren Ort als hiesigen gibt, um das Feuerwerk zu sehen. Und sie rät mir, wirklich früh zu kommen und einen guten Platz zu sichern. Zusammen schlendern wir zum Circular Quai, wo sie den Zug nach Liverpool erreichen muss. Ein netter Abend. Ich gehe zum Dinner ins „Waterfront“ (zwischen The Rocks und dem Circular Quai), ebenfalls mit Blick auf die Oper. Mit dem Bus fahre ich ins leere Haus zurück.

Tag 11 - 12.Dezember

Diese Woche bin ich nun allein. Morgens Schule wie immer. Wie so oft gehe ich mit Dominique im Food Court der Pitt Street Mall zum Lunch. Zahlreiche Asiaten, Italiener und andere bieten hier preisgünstiges Mittagessen an. Wie immer müssen wir uns beeilen, da die Pause nur 30 Minuten dauert.

Nach Schulschluss fahre ich mit Maria nach Elizabeth Bay. Anschließend laufe ich durch Kings Cross und weiter nach Woolloomooloo-Wharf. Wirklich eine nette Location, nicht so überlaufen und so teuer wie Darling Harbour. Ich trinke eine Eisschokolade. Anschließend Einkaufen beim Coles und zurück nach Hause. Nach dem Abendessen auf der Terrasse warten noch die Hausaufgaben.

Tag 12 - 13. Dezember

Nach Schulschluss plane ich einen Schaufenster-Bummel in Paddington. Und irgendwie stehe ich mit dem Nahverkehrssystem weiter auf Kriegsfuss: Vom Bahnhof Bondi Junction muss ich ein ganzes Stück mit dem Bus wieder stadteinwärts fahren. Kurzer Blick in den Centennial Park. In Paddington schöne alte Häuser und nette, aber teure Shops gesehen. Und viel Glück gehabt: Habe die Schokoladenfabrik „Max Brenner" in der Oxfordstrasse entdeckt. Produzieren Schokolode selbst. Wollte eigentlich nur eine heiße Schokolade trinken. Aber dann war plötzlich ein „Christmas“-Teller zu viel bestellt. Und ich bekam ihn gratis. Frische Erdbeeren, Eis und frischer Schokoladenkuchen. Den Shop werde ich mit Sandra noch einmal besuchen.

Tag 13 - 14. Dezember

Heute ist ein ganz normaler Tag. Immerhin lädt mich Roberta nachmittags zum Eis in Darling Harbour ein. Anschließend viel Organisation. Ich laufe am “Northern Territory Centre” bzw. “Outback Centre” mit Informationen und Shows zum Northern Territory vorbei `mal wieder zum Büro von American Express am Hydepark, um Reiseschecks zu wechseln und das Hotel für Sandra bestätigen. Außerdem Bummel durch mehrere Buchläden, wo ich Bücher für Karsten und Uta bestelle. Und mir tun die Füße weh. Angesichts der weiten Wege schmerzen gleich mehrere Blasen, muss schon wieder eine Packung Blasenpflaster kaufen. Immerhin zum Tagesabschluss wieder ein schöner Sonnenuntergang auf der Terrasse.

Tag 14 - 15.Dezember

Nach Schulschluss fahre ich mit der Fähre nach Parramatta, den zweitältesten Ort Australiens. Das Beste ist der Weg dorthin und zurück entlang an Villenvierteln und dem Olympiagelände aus dem Jahr 2000. Die Stadtbesichtigung dauert nur gut 90 Minuten. Besonders sehenswert. Kirche und Townhall sowie das Gouverneurshaus. Am Parramattafluss ist ein Weg angelegt, wo mit Fußbodenzeichnung die Vertreibung der ortsansässigen Aboriginals durch die Weißen dargestellt ist. Ich muss weitere 90 Minuten auf die Fähre zurück warten. Leider ist der Himmel bewölkt. An Bord lerne ich eine Gruppe junger Theologie-Studenten kennen. Nach der Rückkehr gehe noch einen Burger „Orient-Pub“ in The Rocks essen. Die drei Ozzies an meinem Tisch waren schon um acht Uhr abends ziemlich angetrunken. Da ich keine Lust auf Stress mit dem Bus habe, gehe ich noch vor dem Auftritt der Live-Band.

Überraschung zu Hause: Vater und Sohn sind aus Perth zurück. Maureens Vater geht es wieder prächtig.

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